Tour à vélo

Eine unserer Lieblingsradtouren führt in den Ferien freitags nach Sarreguemines, um beim französischen Nachbarn über den Markt zu flanieren: zwischen Knoblauchzöpfen, Fischständen, poulets rôtis, Blumen aller couleur, Käse mit einer Geruchspalette von aromatisch duftend bis stark riechend, légumes und fruits, Gewürzen, Pasteten, Quiche lorraine …. . Wir naschen, gucken, fragen, staunen über die bunte vielfältige Angebotspalette.
Nach dem Marktbummel beginnt unsere obligatorische Tour culinaire: Sie beginnt chez Lorenz et Martine am „Snack La Lorraine“ in der Nähe des renovierten Bahnhofs aus der Zeit der Jahrhundertwende. Deux merguez, davon eins mit harissa! Die Kohlehydratspeicher müssen aufgefüllt werden! Lorenz et Martine sind sympa, legen so großen Wert auf Qualität, dass sie feste Kunden haben, die mit dem Zug aus Paris kommen, fünf Würstchen inclusive Extras kaufen und noch einmal mit dem nächsten Zug zurückfahren. Eine beliebte Institution nicht nur bei den Einheimischen!
Die Würstchen, die wir im angrenzenden Park in der Mittagssonne genießen, regen zu einem Besuch im „Le Terminus“ an, einer Eckkneipe mit Bohème-Atmosphäre in der Avenue de la Gare. Die Brasserie-Bouquinerie wird künstlerisch ambitioniert geführt; es finden Veranstaltungen von Lesungen über Konzerte statt. Nette Bewirtung ist garantiert. Einer der Initiatoren hat bei der Eröffnung seinen Buchladen aufgegeben und einen Teil der Bücher mit ins Lokal gebracht.
Absoluter Höhepunkt unserer Tour durch Sarreguemines ist unser Dessert bei Pâtissier und Boulanger R. Rohr.Un éclair! Was im Französischen einfach nur „Blitz“ bedeutet und im Deutschen die Bedeutung „Liebesknochen“ oder „Hasenpfote“ trägt, ist für uns eins der vielen Beispiele für das Leben wie Gott in Frankreich. Das längliche, luftig zarte Brandteiggebäck, gefüllt mit Crème aus Chocolat, Vanille oder Café …, ist für uns die beste Sünde im Land der Tricolore.
Gestärkt durch die kulinarischen Raffinessen unseres französischen Nachbarn, tritt das Peloton seine Rückfahrt nach Illingen an. Bleibt die Frage: Haben wir die französischen Kalorien an der Grenze verbrannt oder führen wir noch welche ein?

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